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Inspirationen für Reisende

FRIESACH SCHWERE LAST:

FRIESACH SCHWERE LAST: Mit dem Holzkran kann Herbert große Balken anheben Pfft, pfft, pfft … rhythmisch pustet Herbert mit dem Blasebalg Luft in das Feuer, das Eisen darin glüht dunkelrot. Hinter der Schmiede rattert Jacqueline mit ihrem Pferdewagen den Berg hinauf. Sie ist eine von vier Frauen auf der Baustelle. Geschont wird sie aber nicht: „Jeder hier muss richtig mit anpacken“, sagt sie. „Das Arbeitsklima ist wirklich gut, ich fühle mich gebraucht. Es ist schön, in der freien Natur zu arbeiten.“ GEARBEITET WIRD HIER KOMPLETT OHNE STROM Auf dieser Baustelle am Ortseingang von Friesach geht es anders zu als auf einem normalen Bauplatz. Dort entsteht eine Burg nach mittelalterlichem Vorbild, ausschließlich mit urtümlichen Werkzeugen, ohne Strom – und das schon seit acht Jahren. Neben Herbert und Jacqueline arbeiten hier noch etwa 50 weitere Menschen: Steinmetze, Tischler, Fuhrwerker und Dachdecker. Initiiert wurde das Projekt vom Arbeitsmarktservice und dem Land SO DER PLAN: Das Holzmodell zeigt, wie die fertige Burg in 35 Jahren aussehen soll ARBEITEN WIE EINST: Mit dieser Vorrichtung zersägen die Männer einen Holzbalken ALTE HANDWERKS- KUNST FÖRDERN: Das ist eines der Ziele des Projekts – viele der Mitarbeiter haben die 50 Jahre dabei schon deutlich überschritten Fotos: Franz Gerdl (5) Kärnten – „wir fördern auch Menschen bei ihrem Wiedereinstieg ins Berufsleben“, sagt Kunstschmied Herbert. Die Baustelle zieht sich einen Hang hinauf. Unten liegen die Weiden für die Tiere und der Arbeitsplatz der Steinmetze. Sie zerlegen große Brocken zu handlicheren Stücken, nur mit Hammer und Meißel. Oberhalb im Wald befindet sich das Lager der übrigen Handwerker. Immer wieder poltert das Fuhrwerk von Jacqueline den Pfad hinauf, schafft fertiges Material zur eigentlichen Baustelle auf den Hügel. Dort, mit wunderbarem Ausblick auf Friesach, entsteht die Burg: Wohngebäude mit Kapelle, Burghof, Wehrturm und Garten, alles umgeben von einer Burgmauer. Ziel des Projekts ist es auch, die Schnelllebigkeit der modernen Welt aufzuzeigen im Gegensatz zum Mittelalter, als Zeit noch kein ökonomischer Faktor war. So macht es auch nichts, wenn Herbert mehrere Tage für das Schmieden einer Hacke braucht – „allerdings wollen wir in 35 Jahren mit allem fertig sein.“ Mein Ruhepol … … liegt oberhalb unserer Handwerksgebäude auf dem Berg. Von hier aus kann man die ganze Baustelle überblicken. Dieser Anblick macht mich wirklich stolz Jacqueline, Pferdefuhrwerkerin ERLEBNIS BURGBAU Der Burgbauplatz liegt an der St. Veiterstraße Nr. 30 in Friesach, rund 25 Kilometer nördlich von St. Veit. Auf der Website des Projekts gibt es viel Wissens wertes zu Idee und Planung und sogar einen Burgbau-Shop. www.burgbau.at 38 KÄRNTEN MAGAZIN . 2018 39

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